Die „einfache“ Formel, die ich unlängst in einem Onlinemagazin gelesen hab: “Je höher die Bildung, desto geringer ist das Stress und Burnoutrisiko”.

Eine neue Studie soll aufzeigen, dass Einsparungen in den Bereichen Stress- und Burnoutprävention sinnvollerweise gleich in das Bildungsbudget umgeleitet werden sollten.

Erschreckende Zahlen lassen in diesem Zusammanhang aufhorchen:

Am Psychoneurologenkongress in Prag 2012 wurde belegt, dass es einen Kosten- und Krankenrekord bei psychoneurotischen Erkrankungen in Europa gibt. Die Kosten zur Behandlung von psychoneurotischen Erkrankungen verursachten EUR 796Mrd./Jahr (Stand2011) für derzeit rund 81 Millionen psychisch Kranke, Tendenz leider steigend.

Die Leistungseinbußen in Deutschland durch Stress betrug 2010 laut HWWI EUR 364 Millionen/Jahr. – Das deutsche Gesundheitsbudget durchbrach somit 2012 die 300 Mrd. Euro-Marke.  
In Österreich stieg die Zahl der psychischen Erkrankungen im Vorjahr um 19,8% und die Krankenstandstage bei – psychisch Erkrankten, erreichten einen Höchststand von 43 Tagen (der österreichisch Durchschnitt beträgt 12 Tage ).

So verliert ein Betrieb mit 20 Mitarbeitern gerechnete 40 Stunden pro Tag durch krankheitsbedingte Ausfälle oder Leistungsunfähigkeit. Ein aktueller Bericht aus Deutschland weist für DAK-Versicherte in Sachsen-Anhalt ähnliche Zahlen aus (Laut repräsentativem «Gesundheitsreport 2013» kamen auf jeweils 100 Arbeitnehmer in 2012 im Schnitt 197 Fehltage aus psychischen Gründen. 2000 waren es noch 72 Tage.)

Zahlen, die jeden Wirtschaftstreibenden besorgt machen sollten – und gleichzeitig auch über mögliche Lösungen nachdenken lassen sollte!

Von der einstigen Arbeitsgesellschaft hat sich unser Gesellschaft zur (immer nervenaufreibenderen) Dienstleistungsgesellschaft entwickelt und dies fordert immer öfter seinen Tribut.

Die technologische Entwicklung in den Industrienationen führte in den letzten Jahrzenhnten zu einer revolutionären Veränderung der Arbeitswelten. Der Mensch ist heute nicht mehr nur Fließbandarbeiter in dunklen Hallen wie zur Jahrhundertwende sondern hat immer mehr die Chance auch in der Arbeit als (realer) Mensch wahrgenommen zu werden.
Dennoch ist die technische und soziale Entwicklungen in den Arbeitswelten weit entfernt davon sich dieser neuen Entwicklung anzupassen. So steht Österreich zum Beispiel im internationalen Ranking für Gesundheitsprävention der OECD an 3.letzter Stelle und da helfen auch die Beschwichtigungen der Gewerkschaften oder Sozialpartner nichts.Mag sein, dass wir es einfach übersehen haben hier entgegen zu lenken oder auch, dass es mit Absicht geschieht – mag sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen.

Abhilfe kann (so der Artikel) eine Veränderung im Bildungswesen bringen – und hier stellt sich bereits die nächste Frage: in DIESEM bestehenden System???

Somit hat für mich ein spannender Titel sehr schnell neue Fragen aufgeworfen – denn unser Schulsystem ist nach aktuellem Stand alles andere als geeignet den jungen Menschen Lebenskompetenz und andere, für das Leben wichtige Grundlagen beizubringen  … Den Ball werden wir also an die betreffenden Stellen weiter spielen müssen. Erfolgsausssichten? Auch für  positiv gestimmte Menschen wohl eher gering; leider!

 

Wer sich selbst einmal testen möchte – die Universität Bochum stellt einen neuen Burn-Out Test zur Verfügung -> LINK